Pressemitteilung 19.09.2011
Großes Fohlenbrennen auf dem Lindenhof
Auf dem ökologischen Landwirtschaftsbetrieb Lindenhof in Lindewerra beginnt das diesjährige große Fohlenbrennen:
Wann: Dienstag, 27. September 2011, ca. 13.00 – 15.00 Uhr
Wo: Lindenhof , Am Rasen 6, 31318 Lindewerra
„Eigentlich heißt es nicht mehr Fohlenbrennen“, sagt Betriebsleiter Markus Bleich. Bis zum letzten Jahr wurden die Fohlen mit einem Brandzeichen am Hinterbein gekennzeichnet. „Das wurde im letzten Jahr aus Tierschutzgründen verboten“, so der studierte Landwirt. Drei Stuten- und vier Hengstfohlen warten am Dienstag auf ihre Aufnahme ins Zuchtbuch. Hinzu kommen noch eine Jungstute und möglicherweise weitere Fohlen von anderen Gestüten. Statt des Brandzeichens werden die Daten in diesem Jahr auf einem Mikrochip gespeichert und eingespritzt.
Die Fohleneintragung gleicht jedes Jahr einem kleinen Fest. „Meist wird auch das beste Fohlen gekürt“, sagt Henrike Lampe, die den Bio-Betrieb gemeinsam mit ihrem Mann, Markus Bleich, leitet. Das Ereignis ist besonders für Pferdezüchter interessant, aber auch ganz normale Menschen dürfen zuschauen, wenn die beiden Fachmänner vom Zuchtverband die Fohlen begutachten. Da geht es unter anderem darum, wie die Tiere den Kopf tragen, mit welcher Eleganz sie sich bewegen oder wie ihr Fell gezeichnet ist. Für die verschiedenen Merkmale werden Punkte verteilt. Das ist besonders für Stuten wichtig, denn die Bewertung bleibt ein Pferdeleben lang erhalten und ist für die Zucht ausschlaggebend.
Auf dem Lindenhof werden in ökologischer Tierhaltung zwölf Stuten und ein Hengst gehalten. Als Kaltblüter arbeiten sie auch auf den 80 Hektar landwirtschaftlicher Fläche mit. Sie helfen, ihren Futter-Hafer anzubauen, aber auch das Futter für die 40 Milchkühe. „Wir müssen keine Tiernahrung dazukaufen“, sagt Markus Bleich. „Bei uns wird alles selbst angebaut und verarbeitet und ist frei von Pestiziden und chemischen Düngemitteln.“ Dafür wurde der Lindenhof nach den strengsten Bio-Maßstäben als Demeter-Betrieb zertifiziert.
„Es gibt seit etwa 15 Jahren die Tendenz, Kaltblüter vermehrt in der Landwirtschaft einzusetzen“, sagt Markus Bleich. Anders als Traktoren hinterlassen sie kaum Spuren auf dem Feld und schädigen mit ihrem leichteren Gewicht nicht den Acker. Ein nicht unerheblicher Grund besonders für Öko-Gemüsebauern, die Ackergäule wieder dort einzusetzen, wo sie den meisten Nutzen bringen.
Die Stuten bringen täglich etwa 15 Liter Bio-Milch auf die Waage. Die Stutenmilch wird gemeinsam mit den 400 Litern Bio-Milch von den Kühen und dem selbst hergestellten Quark und Käse über die Bio-Großhändler Naturkost Erfurt und Elkershausen vertrieben. Allein der Bio-Großhandel Naturkost Erfurt verteilt Milch und Milchprodukte an 250 Einzelhändler und Großverbraucher wie Bioläden, Bio-Caterings, Gaststätten mit Bio-Angeboten oder Waldorf-Einrichtungen in Mitteldeutschland und Nordbayern.

